Teil eines Werkes 
1. Abtheilung, Kaiser Joseph und Maria Theresia : 3. Band (1857)
Entstehung
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ſam als begrüße ſie eine neue Welt, in die ſie jetzt eintrete, neigte ſie ihr Haupt nach beiden Seiten hin. Dann wandte ſie ſich langſam rückwärts nach ihren Frauen, die leiſe und geräuſchlos durch die ſchwar⸗ zen Trauerzimmer ihr nachgeſchritten waren, und jetzt an der Thür des Schlafgemaches ihrer Befehle harrten.

Bringt alle meine Kleider, meine Schleppen und bunten Shawls, und all' meinen Putz und meine Geſchmeide in den erſten Saal, ſagte die Kaiſerin, dort ſollt Ihr mich Alle erwarten. Ich werde bald zu Euch kommen. Man ſoll ſogleich zum Fürſten Kaunitz gehen, ich laſſe ihn bitten, zu mir zu kommen!

Die Hofdamen und Kammerfrauen eilten geräuſchloſen Schrittes von dannen, die Kaiſerin trat zurück in ihr Schlafzimmer, deſſen Thür ſie hinter ſich ſchloß.

Während Maria Thereſia in ihrer Einſamkeit vielleicht weinte und betete, waren ihre Damen damit beſchäftigt, die koſtbare Garderobe der Kaiſerin, ihre Putzſachen und ihr Geſchmeide in dem von der Kaiſerin bezeichneten Saal zuſammen zu tragen und zu ordnen. Auf eine kurze Stunde funkelte der Trauerſaal nun wieder von Sammet und Seide, von Gold⸗ und Silberſtickerei, auf den ſchwarzen Sammetmeubles lagen jetzt Ballkleider von den leuchtendſten Farben, lange Schleppgewänder mit Gold durchwirkt, oder geſchmückt mit ſchönen, künſtlichen Blumen; der ſchwarze Marmor der Tiſche diente jetzt den phantaſtiſchen Kopf⸗ putzen, den funkelnden Geſchmeiden zur Unterlage, Federn und Blumen, gemalte Fächer und goldene, mit Edelſteinen bedeckte Riechfläſchchen la⸗ gen dazwiſchen umher. In einen glänzenden Bazar des Luxus und der Mode hatte der Trauerſaal ſich jetzt verwandelt, und mit begehr⸗ lichen, lüſternen Blicken gingen die Damen der Kaiſerin zwiſchen dieſen Wundern der Pracht und der Eleganz umher, nicht wagend, den Hoff⸗ nungen und Wünſchen, die ſie in ihrem Herzen hegten, Worte zu geben. Auf einmal aber blieben ſie Alle ehrfurchtsvoll ſtehen und ſenkten ihre begehrlichen Blicke zur Erde nieder, denn ſie ſahen die Kaiſerin, welche langſam und ſtolz in ihren ſchwarzen Trauergewändern durch die Säle daher geſchritten kam, und jetzt zu ihnen eintrat. Welch' ein trauriger Contraſt zwiſchen dieſer Frau in der ſchwarzen Trauerhaube und den ſchwarzen Gewändern, welch' ein trauriger Contraſt mit dieſem Prunk