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Unglück bringen würde. Deshalb bleibſt Du hier, mein Sohn, das iſt mein unwiderruflicher Wille! Wenn's Dich jetzt auch ſeckirt, mein Sohn, ſo ſei demüthig und denke, daß Deiner Mutter beſſere Einſicht es ſo beſtimmt hat, und daß ein gehorſamer Sohn darüber in ſeinem Herzen nicht murren darf. So, und jetzt wollen wir gut Freund ſein, und uns begrüßen, als kämſt Du heim von Deiner Reiſe. Da haſt Du meine Hand, Joſeph! Sei willkommen, mein Sohn!
Sie reichte mit einem gütigen Lächeln ihrem Sohn ihre Rechte dar, aber er nahm ſie nicht, er ſtand zitternd, todesbleich ſeiner Mutter gegen⸗ über, und ſtarrte ihr mit einem faſt drohenden Ausdruck in's Angeſicht.
Siehſt Du nicht, mein Sohn, daß Dir Deine Mutter die Hand darreicht? fragte der Kaiſer ſanft.
Ich ſeh's, Vater, ich ſeh's, ſagte Joſeph heftig, aber ich kann dieſe Hand nicht nehmen. Ich kann meine Lippen nicht darauf preſſen, denn es ſind keine Worte der Liebe auf ihnen, ſondern Worte des Jammers.
Nein, meine Mutter, ich kann dieſe Hand nicht küſſen, welche ſo eben meine ſchönſten Hoffnungen zertrümmert hat. Und Sie wollen den Despotismus ſo weit treiben, zu fordern, daß mein Herz nicht ein⸗ mal murren ſoll! Mein Herz murrt nicht, aber es ſchreit in Verzweiflung Oh, meine Mutter, haben Sie Erbarmen mit mir,
und Jammer. Machen Sie
nehmen Sie Ihr Wort zurück, laſſen Sie mich gehen. mich nicht zum Geſpött der Menſchen, dulden Sie es nicht, daß die Welt ſagen könne, ich ſei kein Menſch, kein Mann, kein eigenes fühlen⸗ des, ſich ſelbſt beſtimmendes Weſen, ſondern nur ein Spielwerk in den Händen kaiſerlicher Majeſtät! Dulden Sie es nicht, daß alle meine Feinde hier mit höhniſchen Blicken und ſpöttiſchem Lächeln mich anſehen, und ſich ihres Triumphes über mich freuen! Oh, laſſen Sie mich ge⸗ hen, und ſei's auch nur auf kurze Zeit, nur auf wenige Wochen! Ich will's bei meiner Ehre ſchwören, an dem Tage, den Sie mir beſtim⸗ men werden, zurückzukehren. Aber laſſen Sie mich gehen. Sehen Sie, Mutter, mein Herz war ſo voll Liebe und Dankbarkeit für Sie, ich warf mir vor, Sie bis dahin nicht genug geliebt zu haben, und fühlte, daß ich Sie fortan grenzenlos lieben und verehren würde. Machen Sie nicht, Mutter, daß alle dieſe Gefühle wieder in meinem Herzen einſchlummern. Seit acht Tagen war ich jung geworden, es


