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Ihren Wunſch erfüllen! Ich will Ihnen bei dem Namen Iſabellens ſchwören, Sie anzuhören!—
Sie nahm ſeine Hand und drückte ſie an ihre Lippen. Dann bat
ſie Joſeph auf dem kleinen Divan ſich niederzulaſſen, und ſetzte ſich 1 ihm gegenüber. . —
Sire, ſagte ſie, ich will Ihnen die Geſchichte einer Frau erzählen,
„welche Gott zugleich geſegnet und verdammt hat, welche die glückſeligſte
aller Menſchen ſein könnte, wenn ſie nicht die unglückſeligſte aller Frauen wäre.
Sie ſprechen in Räthſeln, wie die Sphinx vor den Thoren von Theben. Wie kann man zu gleicher Zeit geſegnet und verdammt ſein?
Sire, es iſt ein Segen Gottes, einer leidenſchaftlichen Liebe fähig zu ſein, es iſt eine Verdammniß zu lieben, und nicht geliebt zu werden!
Und noch eine größere Verdammniß, Liebe zu heucheln, die man nicht empfindet, murmelte Joſeph. Ich weiß das, ich habe das erfahren, und nimmer werd' ich es verwinden.
Sire, die Frau, von welcher ich ſpreche, würde indeß ein Jahr ihres Lebens freudig hingeben, wenn der Mann, welchen ſie liebt, auch nur einen Moment dazu ſich herabließe, ſie glauben zu machen, daß er ſie liebe, nur einen Moment ſie freundlich anzulächeln. Oh, denken Sie doch nur, wie unglücklich, wie gedemüthigt ſie ſein muß, wenn ſchon die Heuchelei der Liebe ihr genügen würde! Aber denken Sie nicht, daß dieſe ihre heiße, glühende Liebe ſich ſchaamvoll zu verhüllen habe! Es iſt eine legitime, vom Prieſter Gottes geſegnete Liebe, denn dieſe Frau, Sire, dieſe Frau, von der ich ſpreche, ſie liebt ihren Gemahl.
Und weshalb erwiedert er ihre Liebe nicht? fragte Joſeph rauh.
Weil ſie ſich gegen ihn verſündigt hat, ſagte die Dame leiſe und ſchüchtern. Weil ſie am Tage ihrer Vermählung, als er ihr mit offe⸗ nem Vertrauen entgegen trat, den feigen Muth hatte, ihn zu betrügen, weil ſie ihm einen Makel ihrer Geſtalt verhüllen wollte! Oh, Sire, ſtehen Sie nicht auf! Sie müſſen mich zu Ende hören, Sie haben es mir geſchworen bei dem Andenken an Iſabella!
Nun denn, ſprechen Sie weiter, ſagte Joſeph, in den Divan zu⸗ rückſinkend.
Es war ein ſchweres Vergehen, welches dieſe Frau auf ſich ge⸗
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