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der Tugenden, der Selbſtverleugnung, der Entbeh⸗ rung, der Theilnahme für ſeinen Nebenmenſchen. Das Herz muß in der großen Natur aufgehen, es muß groß gezogen werden, es muß die ganze Menſch⸗
heit umfaſſen, damit niemals der Egoismus unſer größter Feind— Wurzel darin faſſe.— Meine b
Wünſche ſind ſehr beſchränkt, mein Ehrgeiz nur für
das Gemeinſame, nichts für mich. Ich habe, Gott⸗ lob! wenig Bedürfniſſe, folglich will und ſuche ich nichts! Ich hege nur den Wunſch, meine geliebten Berge und vor allen Dingen meine Freunde wieder zu ſehen, und wenn ich ſterbe, doch in ihren Herzen weiter zu leben.“*)
Zu ſeinen geliebten Bergen, zu ſeinen Freunden kehrte der Erzherzog Johann dann zurück, als er am zwanzigſten December 1849 das Amt des Neichs⸗ verweſers niedergelegt hatte.— An dem Buſen der b großen herrlichen Natur wollte er ausruhen von den Stürmen und Enttäuſchungen des Lebens, im Frie⸗ den der Steyermärkiſchen Berge wollte er geneſen
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*) Peternader: Tirols Landesvertheidigung oder bisher noch unbekannte Biographieen u. ſ. w. Dritter Theil. S. 202 und folgende.


