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nen eine beſtimmte Organiſation und Disciplin in die Maſſen brachten.
Und endlich war die von den Studenten beſchloſſene Adreſſe vollendet, und die Profeſſoren Hye und End⸗ licher begaben ſich mit ihr nach der kaiſerlichen Hof⸗ burg, um den Verſuch zu wagen, ſie dem Kaiſer ſel— ber zu übergeben. Ganze Schaaren jauchzenden, ſchreienden, wüthenden Volkes begleiteten die beiden Profeſſoren, und wie der erſte Hahnenſchrei der neu auf⸗ gehenden Zeit, tönte es hier und dort aus den Maſſen hervor:„Preßfreiheit! Conſtitution! Volksbewaffnung!“ Und dann vereinigten ſich alle dieſe vereinzelten Stim⸗ men in dem brüllenden Ruf: nieder mit Metternich! Nieder in dem verhaßten Miniſter!
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s Geſchrei donnerte empor zu dem Saal, in welchem die Mitglieder der kaiſerlichen Familie nebſt den drei Herren vom Conferenzrath ſeit langen und bangen Stunden conferirten.
Auch der Kaiſer Ferdinand war heute, auf beſon⸗ deren Wunſch ſeines Oheims, des Erzherzogs Ludwig, erſchienen, um an der Berathung Theil zu nehmeng Er ſaß mit ernſtem, tiefſinnigem Antlitz auf ſeinem Fauteuil, und blickte abwechſelnd jedem der Sprechenden aufmerkſam in das Angeſicht und nickte mit lebhafter


