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und fern von dem Vaterlande in geſicherter Ruhe
Dein Leben vertrauerſt.
Aber man wird mich für einen Verräther halten, rief Guido. Man wird mit Fingern auf mich weiſen, wenn ich, der Sohn des Grafen Caſtiglioni, die Uni⸗ form eines öſterreichiſchen Soldaten anlege, dem Kaiſer von Oeſterreich den Fahneneid ſchwöre.
Hält man nicht auch mich für eine Verrätherin? fragte Katharina. Zeigen unſere Landsleute nicht auch mit Fingern auf mich, weil ich dem Kaiſerhauſe diene? Nimm die Schmach auf Dich, wie ich es thue, mein Sohn, diene dem Vaterlande, indem Du Dein Haupt beugſt und für daſſelbe Verachtung, Spott und Hohn
. erträgſt und in der Stille dennoch wirkſt und arbeiteſt an der Befreiung des geliebten Vaterlandes. Wir können und dürfen für daſſelbe nicht arbeiten und wirken wollen in der Helle des Tages; nur im Dun⸗
keln, in der Stille und dem Schweigen der Nacht
dürfen wir arbeiten an unſerm heiligen Befreiungs⸗ werk, müſſen es dulden, daß wir in der Helle des
Tages für Verräther gelten und uns tröſten, daß wir unſere düſteren Nächte dem heiligen Dienſte des Va⸗
terlandes weihen dürfen.


