280
Majeſtät, Ihre Frau Gemahlin, das iſt ja eben die Frau Kaiſerin.
Ah, das iſt wahr, meine Frau Gemahlin iſt jetzt die Kaiſerin, wiederholte Ferdinand. Die Frau Kai⸗ ſerin betet alſo jetzt. Ich will auch beten, und darum ſollen's mir etwas vorſpielen. Kommen's in mein Muſikzimmer und ſpielen's da.
Er ſchritt ihr voran durch die Reihe der Zimmer hindurch, die in der Dämmerung des Morgens ein ſeltſam feierliches und ernſtes Ausſehen hatten. In dem Vorzimmer, welches ſich zwiſchen den Gemächern des jetzigen Kaiſers und denen ſeiner Gemahlin be⸗ fand, ſaßen einige Lackayen, ſchlaftrunken auf den Stühlen ſich hin und her ſchaukelnd, und gar nicht gewahrend, daß es der Kaiſer war, der an ihnen vor⸗ überſchritt, leiſe auf den Zehen, als fürchte er ſich, die armen Schläfer zu ſtören. Jetzt trat der Kaiſer in ſeine eigenen Gemächer ein, immer gefolgt von Katharina Cibbini, deren große, ſchwarze Augen mit einem ſeltſamen, forſchenden Ausdruck auf die kleine gebückte Geſtalt gerichtet waren, die vor ihr her ſchwankte.
In dem Vorſaal des Kaiſers befanden ſich die beiden dienſtthuenden Kammerherren Ferdinand's; aber


