Teil eines Werkes 
3. Abtheilung, Erzherzog Johann und der Herzog von Reichstadt : 2. Band (1862)
Entstehung
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meinen Träumen geſehen hab', Du biſt es, ja, Du

biſt es! Die goldene Wolke ſchwebt noch über Dir! Deine Augen ſind wie Sterne ſo hell, und Alles an Dir flammt und glänzt! Oh, mir ſchwindelt! Mir ſchwindelt!

Sie ſchließt ſchaudernd die Augen, und ein Zucken und Beben durchzittert ihre ganze Geſtalt. Der Schwindel, der ſie vorhin erfaßte, als ſie dem Abgrund entgegenſtürzte, der hält ihre Sinne jetzt erſt umfan gen. Sie iſt noch betäubt von dem jähen, furchtbaren Sturz in die Tiefe, iſt noch keines Nachdenkens fähig. Der Schrecken, das Entſetzen hat ihre Sinne verwirrt, ſie weiß nicht, ob ſie lebt, ob ſie träumt. Der Erde, der Wirklichkeit entrückt, ſchaut ſie empor zu dem lächelnden, glücklichen Angeſicht, das ſich über ſie neigt, zu dem Mann aus der goldenen Wolke.

Oh, flüſtert er zärtlich, oh, Annerle. Thu' Deine Augen auf, Du holder Unſchuldsengel Du! Verſchließ mir nicht das Paradies, ich finde es ja nur in Dei nen Augen!

Und ſie, gehorſam dieſer Stimme, vor der ihr Herz erbebt in ſüßem, nie gekannten Glück, ſie öffnet ihre Augen und blickt mit ſeligem Lächeln zu ihm empor.