Teil eines Werkes 
3. Abtheilung, Erzherzog Johann und der Herzog von Reichstadt : 2. Band (1862)
Entstehung
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ſonſt. Gebt die dummen Gedanken vom Heirathen auf und ich will Euch wieder lieben und wieder gern haben, und Ihr ſollt wieder mein beſter und liebſter Freund ſein!

Aber, Annerle, wenn Ihr mich alſo lieben und mich gern haben könnt, warum wollt Ihr mich denn nit heirathen?

Weil's Heirathen noch ein ganz ander Ding iſt, rief ſie eifrig. Wie wär's in aller Gotteswelt nur möglich, daß ich Euch heirathen könnt'! Ich kenn' Euch ja ſchon ſo lang', hab' Euch alle Tage geſehen, hab' mit Euch gelacht, geſcherzt und gezankt, ja, ich glaub', wir haben uns als Kinder zuweilen auch ge ſchlagen. Ja, ich weiß ganz genau, daß ich Euch ein mal ein paar tüchtige Ohrfeigen gegeben hab'. Jeſus Maria, wie könnt' ich mich nur verheirathen an einen Mann, dem ich einſt Ohrfeigen gegeben und der ſich's hat gefallen laſſen!

Aber, Annerle, gerad' weil ich Euch lieb hatte, gerad' darum ließ ich's mir gefallen!

Das iſt's ja eben! Weil Ihr mich lieb hattet, blos lieb hattet, da ließt Ihr's Euch gefallen, daß ich Euch Ohrfeigen gab. Aber wenn Ihr mich geliebt hättet, ſchaut, dann hättet Ihr's Euch nit gefallen