Teil eines Werkes 
3. Abtheilung, Erzherzog Johann und der Herzog von Reichstadt : 2. Band (1862)
Entstehung
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Sennhütt', und mit ihr zu ſcherzen und zu jodeln nach der Arbeit des Tages.

Und die Sennerin hat mit angehaltenem Athem dem Lied des Gemsjägers gelauſcht, und als hätt' er mit Worten zu ihr geſprochen, ſo genau und deutlich hat ſie verſtanden, was er ihr ſagt mit dem jodelnden Geſang.

Und weil ſie's verſtanden hat, erröthet ſie, und ein holdes ſchamvolles Lächeln fliegt über ihre friſchen Züge hin. Kommen will er, murmelt ſie, will kom men, wenn die Sonn' hinabgegangen, und den Gems⸗ bock will er mir bringen, den er heute erlegt. Ich

ſoll ihm den kühnen Schuß belohnen, und er will mich küſſen und herzen dafür. Schau' nur, wie gut

das Büble iſt! Aber das Herzen und Küſſen das darf nit ſein! Wir ſind ja noch nit getraut! Er

ſoll mich wohl finden, aber nit allein! Ich will mit

ihm tanzen, aber nit allein!

Sie hüpft lachend über die Matte hin, und am Rande derſelben bleibt ſie ſtehen, und jauchzt und jodelt, und ſingt und ſchalmeit, halb rufend und halb fragend die Höh' hinauf zu den andern Sennhütten hin. Und oben und drüben hat man den Ruf ver ſtanden, und fröhlich ſingt's und klingt's zurück durch