Teil eines Werkes 
3. Abtheilung, Erzherzog Johann und der Herzog von Reichstadt : 1. Band (1862)
Entstehung
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Di O

Darum muß mir vor allen Dingen das Turnen wie⸗

der aus der Welt, denn das Turnen ſehe ich wie eine Art Eiterbeule an, die geradezu weggeſchafft wer den muß, ehe man zur gründlichen Kur ſchreitet.*) Nun, wir werden in der That eine gründliche Kur mit dem lieben deutſchen Studententhum vornehmen, lächelte Metternich. Ich denke, die Mittel, die wir dazu vorgeſchlagen haben, ſind wirkſam und gut und recht geeignet, die demagogiſchen Jünglinge zur Ver nunft zu bringen. Das Unnverſitätsgeſetz, das wir vorgeſchlagen haben, und das in den Conferenzen ge

*) Gentz's eigene Worte. Siehe: Briefwechſel mit Adam Müller. Eben indem die Verfaſſerin dieſe Worte Friedrichs von Gentz ſchreibt, begrüßt unten auf der Straße das jubelnde Berliner Volk die Turner, die in fröhlichen Schaaren vorüber⸗ ziehen. Es ſind viel Tauſende froher Männer und Jünglinge, die aus allen Ländern und Provinzen Deutſchlands nach Berlin ge kommen ſind, um hier ein allgemeines deutſches Turnfeſt zu feiern. Es iſt ein glänzender heiterer Feſtzug, ganz Berlin jubelt ihm entgegen, ſchwarz roth⸗goldne Fahnen flattern hoch über ihnen in der Luft, und Diejenigen, welche ihm entgegenjauchzen, denken kaum noch daran, daß Metternich und Gentz es wirklich dahin gebracht haben, daß man dreißig Jahre lang das Turnen in Deutſchland für eine verbrecheriſche Wühlerei hielt, daß man es mit Todesſtrafe und langjähriger Kerkerhaft ahndete, wenn irgend ein deutſcher Jüngling die ſchwarz roth⸗goldene Fahne als das Schiboleth Deutſchlands erheben wollte. So ändern ſich die Zeiten, ſo die Anſichten der Menſchen!