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lichkeit kauen. Gewiſſen! In der Staatskunſt und Politik muß man Ein⸗- für Allemal darauf verzichten, ein Gewiſſen zu haben, denn das verträgt ſich nicht mit den höheren Anforderungen, die man an einen Staatsmann und Politiker macht. Für ihn ſind die Menſchen überhaupt nur Dinge und Sachen, nun Handwerkszeug, das er benutzt, um die Maſchine des Staats nach ſeinem Willen und ſeiner Ueberzeugung zu lenken. Mein Gott, wer ſollte, wenn es anders wäre, wohl den Muth haben, Todesurtheile zu unter— ſchreiben und Kriege zu veranlaſſen. Man iſt immer dadurch, vom niedern Gewiſſensſtandpunkt aus be trachtet, verantwortlich für die gefallenen Köpfe und das vergoſſene Menſchenblut. Aber die edlen und heiligen Zwecke, welche man im Auge gehabt, ſtehen höher als das Gewiſſen und ertheilen dem Staats mann völlige Abſolution. Und alſo, mein Freund, denke ich, wird der große Politiker und Diplomat Friedrich von Gentz ſich durch den Mord des guten Kotzebue nicht weiter beunruhigt fühlen, und er wird den Schlaf des Gerechten nicht weiter ſtören.
Ew. Durchlaucht haben, wie immer, Recht, ſagte Gentz, deſſen Antlitz jetzt wieder ſeinen gewohnten heitern und jovialen Ausdruck angenommen hatte. Ja,
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