Teil eines Werkes 
2. Abtheilung, Erzherzog Johann und Metternich : 3. Band (1860)
Entstehung
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ergangen, unter keinerlei Vorwand die Grenzen Oeſter⸗ reichs zu überſchreiten; ich bin Gefangener, wie Sie, denn ich darf nicht gehen, wohin ich will, ich darf die Grenzen Oeſterreichs nicht überſchreiten, und draußen, jenſeits unſerer Grenzen, da ſchlägt ſich unſere Armee. Sehen Sie, das iſt die Strafe des Kaiſers, die er für mich erſonnen hat, weil ich Tyrol befreien wollte. Und er weiß, daß dieſe für mich härter iſt, als jede andere, daß ich nage an dieſer Qual Tag und Nacht, daß ich glücklich ſein würde, wenn ich auch nur unter einem erborgten Namen, nur als gemeiner Soldat dieſen Feldzug mitmachen könnte. Er verdammt mich, in Oeſterreich zu bleiben, und ich ich gehorche, wiſſen Sie weshalb? Weil der Kaiſer mir geſchworen, daß er für jede Oppoſition, die ich wage, für jeden Fehltritt, den ich begehe, nicht mich, ſondern meine Freunde beſtrafen wird.

Entſetzlich, murmelte Hormayr.

Ja wohl, entſetzlich, ſagte Johann. Niemand, der mir naht, iſt ſicher, nicht an demſelben Tage verhaftet, eingekerkert, geſtraft zu werden. Oh, Sie haben ja ein Beiſpiel an Sich ſelber. Hat man Sie angeklagt? Hat man Sie beſchuldigt? Hat man Sie irgend einem

Verhör unterworfen? Mühlbach, Erzh. Johann u. Metternich. III. 20