Teil eines Werkes 
2. Abtheilung, Erzherzog Johann und Metternich : 2. Band (1860)
Entstehung
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Anna Gertrud ſchrie laut auf in unermeßlichem Jammer, und klammerte ſich an Hofer an in der Angſt ihrer Liebe.

Klage nit mehr, gute Anna, ermahnte Hofer ſie milde, bringe dem Gekreuzigten Deinen Schmerz zum Opfer dar, und zeige Dich als Hofer's Weib! Leb' wohl, mein' Lieb'! Küſſe unſere Kinder! Vorwärts jetzt!

Und mit raſchen Schritten eilte er mit den Sol⸗ daten vorwärts. Anna Gertrud, bleich wie eine Leiche, bebend an allen Gliedern, faßte ihren Knaben an der Hand und ſtürzte ihrem Gatten nach, und hinter ihnen her, entſchloſſen und trotzigen Angeſichts, kam Cajetan Döninger.

Draußen vor der Thür hielt der mit Stroh be⸗ deckte Leiterwagen, welcher Andreas Hofer nach Man⸗ tua führen ſollte. Zehn Soldaten ſtanden auf dem⸗ ſelben mit geladenen Gewehren, und dicht gedrängt um denſelben ſtand eine Schaar Krieger.

Ruhig, erhobenen Hauptes, ſchritt Andreas Hofer durch ihre Reihen, dem Wagen zu. Sein Weib lag auf den Knieen und weinte, und hielt den Knaben krampfhaft umſchlungen, der entſetzt nach dem Vater hinſtarrte.

Jetzt hatte Andreas Hofer den Wagen beſtiegen.

Mühlbach, Andreas Hofer. III. 22