16
dreas, das Papier anſtarrend, das Hormayr ihm dar⸗ gereicht. Sie haben's dem Joſeph Türk nit zukommen laſſen, ſie reſpectiren nit mehr, was ich ſag' und thu!
Sie dürfen's nicht reſpectiren, Anderl, denn ein Höherer als Du hat andere Befehle ertheilt, der Kaiſer hat befohlen, daß ſeine Soldaten Tyrol räumen ſollen. Es iſt dem Kaiſer gewiß hart gefallen, daß er's hat thun müſſen, und ich weiß, daß der Erzherzog Hannes geweint hat vor Schmerz und vor Wuth, als er's dem General von Buol melden müſſen, daß er mit' den Truppen Tyrol verlaſſen ſollt. Aber er hat ſich doch der Nothwendigkeit gefügt, und Du wirſt ihm nach⸗ eifern, Anderl, und wirſt Dich auch fügen.
Was ſoll ich denn thun, was verlangt Ihr von mir? fragte Andreas mit Thränen in den Augen.
Der Erzherzog Johann, der verlangt von Dir, daß Du Dich aufſparſt für beſſere Zeiten, Anderl. Er läßt Dich beſchwören, Dein Leben und Deine Perſon in Sicherheit zu bringen, nicht blos um Deines Weibes und Deiner Kinder willen, ſondern um Dein Vater land, um Deine Heimath, Andreas. Glaube mir nur,
Mann, es werden ſchwere Zeiten kommen, und dunkle—
Unwetter werden hereinbrechen über Tyrol. Schon rückt von allen Seiten der Feind heran, Franzoſen


