Bruder erheiſcht, daß ich ſie abwarte, und bis dahin meinem Herzen und meinen Wünſchen Schweigen gebiete. Die Thür des Vorzimmers ward eben geöffnet, und der Kammerdiener meldete die Herren von Hor— mayr und von Roſchmann. Der Erzherzog befahl, ſie eintreten zu laſſen, und ging ihnen lebhaft entgegen.
Sie kommen Beide gerade zum rechten Moment, ſagte er, ſie freundlich begrüßend. Wir ſprachen ſo eben von dem lieben Tyrol und von ſeinen Helden, und da trifft es ſich gut, daß ſie Beide zur ſelben Zeit hier anlangen.
Ich begegnete dem Herrn Kreishauptmann von Roſchmann in dem Vorzimmer Eurer Hoheit, ſagte Hormayr, einen düſtern Blick auf das heitere, lächelnde Geſicht Roſchmanns werfend. Es iſt aber ein bloßer Zufall, daß wir Beide zuſammen Eurer Hoheit gemel⸗ det wurden.
Der Herr von Hormayr will Eurer Hoheit damit ſagen, daß Er es nicht ſein würde, der mich Ew. Hoheit vorſtellt, ſagte Roſchmann traurig. Mein edler, hochherziger und von mir ſtets geliebter Landsmann zürnt mir noch immer wegen der Vergangenheit, er hält mich noch immer für einen Abtrünnigen und Ver⸗
räther, obwohl ganz Tyrol weiß, daß ich es treu und


