ſich die Gäſte in einer ſehr behaglichen Stimmung fühlten, und daß mit jedem neuen auserleſenen Gericht, mit jeder neuen feurigen Weinſorte die ernſten diplo
matiſchen Falten mehr und mehr aus den Angeſichtern
verſchwanden, und unter den verſchwiegenen Masken, welche man ſonſt ſo ſorgſam über ſein Antlitz deckte, das wahre und wirkliche Geſicht ein wenig hervor ſchaute.
Man hatte ſich ſo eben von der Tafel erhoben, und ſich aus dem glänzenden Speiſeſalon in die Ge ſellſchaftszimmer begeben, um dort den ſtarken Mocca kaffee zu trinken, welcher die Wirkungen der feurigen Weine ein wenig verringern ſollte. Die Equipagen ſtanden in dreifacher Linie vor der Thür des Grafen und die Straße hinunter aufgefahren, denn die zur Abholung beſtimmte Zeit war längſt ſchon vorüber, aber dennoch ſchien noch keiner der Gäſte des Grafen Metternich daran zu denken, ſich zu beurlauben und aus dieſem behaglichen Salon ſich zu entfernen, in dem man ſo gut ſich unterhielt, und ſo gut einander beob achten, und ein wenig von ſeinen geheimſten Gedanken erlauſchen konnte. Denn das köſtliche Mahl hatte die verſtockteſten Gemüther milde gemacht, der feurige Wein hatte die ſchweigſamſte Zunge gelöſt.
J und lebha Aufm deſſen


