Teil eines Werkes 
1. Abtheilung, Andreas Hofer : 1. Band (1859)
Entstehung
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ner Kaſten ſtand. Roſchmann bückte ſich nieder, um den Deckel empor zu heben, aber ſein Bemühen bliebfruchtlos.

Der Kaſten iſt verſchloſſen, ſagte er.

Ja, lächelte Camilla, aber der Schlüſſel ſtak im Schloſſe, als ich den Verſteck entdeckte. Ich habe viele Stunden arbeiten und mich bemühen müſſen, ehe es mir gelang, den Kaſten zu öffnen, denn es iſt ein gar künſtliches Schloß, aber jetzt kenne ich ſein Geheimniß. Den Schlüſſel trage ich ſeitdem immer bei mir, und nur mit meinem Leben werde ich mich von ihm trennen.

Sie kniete neben ihrem Vater am Rand der Oeff⸗ nung nieder, und aus ihrem Buſen einen kleinen ſelt⸗ ſam gewundenen Schlüſſel ziehend, der an einer gol⸗ denen Kette ihr um den Hals hing, ſteckte ſie den⸗ ſelben in das Schloß des Kaſtens, und drehte ihn einige Male hin und her. Nun flog der Deckel auf, und ein großer Raum ward ſichtbar, in welchem ſich in deſſen Nichts befand, als ein ziemlich großes verſchloſſe⸗ nes Portefeuille.

Das ſind die Papiere des Erzherzogs, ſagte Ca⸗ milla, auf dies Portefeuille hindeutend, ſtelle nun Deine Caſſette daneben, und laß uns eilig das Geheimniß wieder verhüllen. Ich möchte ſelbſt die Wände nichts

viereckiger Raum ſichtbar, in welchem ein großer eiſer⸗