312
riſch. Ich habe geſchworen, ihrem Befehl zu folgen, und treu und gehorſam meinem Vater zu leben und zu ſterben. Oh, meine geliebte Mutter, Du ahnteſt nicht, wie leicht es mir werden würde, dieſem Befehl zu genügen, wie ſehr ich meinen Vater einſt lieben würde, und wie würdig er dieſer Liebe iſt. Wenn es Dir vergönnt iſt, von dort oben zu uns hernieder zu ſchauen, ſo ſegne uns, meine Mutter, ſegne uns mit dem Geiſt der Liebe, der Dein eigen Leben und Sterben war, und freue Dich, daß wir Beide uns ge— funden, um uns nimmer wieder zu verlaſſen!
Nein, nimmer wollen wir uns wieder verlaſſen, rief Roſchmann freudig. Was auch die Zukunft Schwe⸗ res und Gefährliches bringen mag, zuſammen wollen wir es ertragen, zuſammen entweder ſiegen oder ſter— ben und verderben. Du wirſt mich nach Tyrol be— gleiten, meine Tochter. Siegen wir, ſo wird Tyrol mir lohnen für meine Liebe und Aufopferung, wird es be⸗ ſiegt, ſo werden meine Thaten als die eines Hoch⸗ verräthers und Rebellen geſtraft werden. Ich bin auf Alles gefaßt, und kein Zagen iſt in mir. Aber für Andere zage ich, für Andere möchte ich vorſichtig ſein, und das iſt es, was mich heute zu Dir führt, meine Tochter. Der Erzherzog Johann hat Dir ſeine wich⸗


