Teil eines Werkes 
1. Abtheilung, Andreas Hofer : 1. Band (1859)
Entstehung
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Feinde hatten in Tyrol Mißtrauen gegen Dich erweckt. Mit dieſem Mißtrauen kam ich zu Dir her, und jetzt danke ich Gott aus der Tiefe meiner Seele, daß dies Mißtrauen unbegründet war. Nein, Du biſt kein treuloſer Tyroler, kein Verräther an der heiligen Sache des Vaterlandes. Du biſt ſein treuer Sohn, Du biſt bereit, Dein Blut und Leben für die Ver⸗ theidigung Tyrols zu wagen, die Gefahren erſchrecken Dich nicht, die Hinderniſſe und Schwierigkeiten ent⸗ muthigen Dich nicht. Oh, wie mich das glücklich macht, mein geliebter Vater, Dich ſo zu ſehen und zu beobachten in Deiner ſchönen, kühnen Wirkſamkeit, wie ſtolz bin ich jetzt darauf, mich Deine Tochter zu nen⸗ nen! Du biſt ja, nächſt dem Erzherzog Johann, die Seele und der Mittelpunkt dieſes großen heiligen Bundes, der unſerm Vaterlande ſeine Freiheit wieder erkämpfen will, Du biſt der Odyſſeus, der mit Rath und That, mit Liſt und Kühnheit zu kämpfen ver⸗ ſteht. Ich liebe Dich, ich bin ſtolz auf Dich, mein Vater. Mein Herz drängt mich Dir dies zu ſagen, Dich um Verzeihung zu bitten für mein Mißtrauen, meine frühere Entfremdung. Verzeih mir, mein theu⸗ rer, lieber Vater, verzeih mir um der Liebe willen, die ich jetzt zu Dir hege.