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Der Wolkenbruch in der Wiegenau : eine Geschichte aus unserer Zeit : der Jugend und dem Volke erzählt / von Ottokar Schupp
Entstehung
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hatte ſein noch gar winziges Schnurrbärtchen an den Spitzen angefeuchtet und in die Höhe gedreht. Seine Mütze ſaß ſchief auf dem Kopfe oder wie man in der Wiegenau ſagte: aufKrakehl. In dem Munde baumelte ihm eine kurze Pfeife, ein ſogenannter Schwanenhals mit einem bunten Bildchen darauf. Mit beiden Armen führte er ſeine beiden Kameraden und wollte eben mit ſeiner durch Trinken, Singen und Hitze völlig heißeren Stimme einen neuen Gaſſenhauer beginnen, als ſein Vater unerwartet vor ihm ſtand.

Die Verlegenheit des jungen Bürſchleins, das eben noch ſo luſtig gekräht hatte, als wenn die ganze Welt ihm gehöre, war groß. Nachdem er treulos die Arme ſeiner Genoſſen hatte fallen laſſen, ſuchte er vorerſt ſeinen ſchön gemalten Schwanenkopf zu verbergen und dann ſeiner Mütze und ſeinem Schnurrbärtchen eine etwas anſtändigere Stellung zu geben. Er machte dabei ein erſchreckliches Armſündergeſicht.

Der alte Diehls⸗Vetter fragte im ſtrengſten Ton: Wo kommſt du her Schlingel? Haſt du Erlaubniß von deinem Meiſter?

Da des Diehls⸗Vetters Kleiner immer noch wie ein

verſchüchtertes Hühnchen daſtand, ergriff ſtatt ſeiner Einer der Freunde das Wort. Es war der Altgeſelle in ſeines Meiſters Geſchäft, ein ſchon ziemlich verlebter Burſche mit einem höhniſchen Zuge in ſeinem bartloſen Geſichte. Er