„Glatt“ war der Lieblingsausdruck des alten„Diehls⸗ Vetter“ und bedeutete ihm Mancherlei.
„Glatt“ ging Etwas, wenn ſeine Pläne den richtigen Fortgang und guten Erfolg hatten, wenn in dem Hausweſen und in der Arbeit beſtimmte Ordnung, Regelmäßigkeit und feſtes Ineinandergreifen herrſchte, wenn Wetter, Preiſe oder die großen Weltereigniſſe günſtig ausfielen oder wie er ſelbſt ſich ausdrückte, wenn Alles„paſſte“,„klappte“ und„ritſchte“.
Glatt war Etwas, wenn Alles Unebene geebnet war, aller Groll und alle Feindſchaft ausgeglichen, die Mißver⸗ ſtändniſſe aufgehoben, die Dunkelheiten erhellt, die Aufgaben gelöſt, die Schuld bezahlt, die Schwierigkeit beſeitigt, oder wie ſeine Auslegung lautete:„wenn Alles war wie ein richtig geſchmiertes Butterbrod“.
Er liebte außerordentlich ſolche„glatte“ Verhältniſſe und„glatte“ Rechnung mit Gott und den Menſchen. Seine Haupttugenden waren darum: Ordnungsſinn, Gewiſſenhaf⸗ tigkeit, Aufrichtigkeit und Thätigkeit.
Daß natürlich im Leben nicht immer Alles„paßte“, „klappte“ und„ritſchte“, und nicht alle Verhältniſſe einem „glatt geſchmierten Butterbrode“ glichen, hatte er genugſam
erfahren und erfuhr es noch täglich. Ging es doch in
ſeinem eigenen Hausweſen ſelten„glatt“ her und hatte er Widerwärtigkeiten genug.
Unter den einzelnen Familiengliedern vermochte der alte Mann vielleicht nur allein mit ſeiner Schwiegertochter


