179 welches allein es iſt, was Ihrer verirrten Toch⸗ ter, bis zu ausgemachter Sache von mir abgeſon⸗ derte Zimmer anweiſ't?— Verwahrung iſt noth⸗ wendig bei den Umſtaͤnden und Geſinnungen, die mir feindlich gegenuͤber ſtehen. Ich muß verhin⸗ dern, daß meine Gattin, von Leidenſchaft be⸗ thoͤrt, zum zweitenmale nach England fluͤchtet, wo ſie mir diesmal gewiß verloren ſeyn wuͤrde. Das Kind mag bei ihr bleiben. Sehen Sie daraus, wie nachſichtig, wie leidend ich mich in der Sache zu verhalten denke.“
Herr Meiler wußte nicht mehr zu antwor⸗ ten, nicht mehr ſich zu benehmen. Die kalte, ruhige Beſonnenheit in Frelons Rede war ihm weit unertraͤglicher, als ſeine Hitze.
Beide kehrten zu den Uebrigen zuruͤck. Ot⸗ tilie und Wernhold waren außer ſich uͤber das Reſultat der Beſprechung.
„Morgen fruͤh ſehe ich Dich wieder, mein Kind!“— ſagte Herr Meiler im Fortgehen troͤſtend zu Ottilien. 4
„Beſuchen Sie meine Gattin, ſo oft Sie wollen, lieber Vater,“ fiel Herr Frelon ein. „Nur die wenige Zeit nicht, in der nothwendige Geſchaͤfte mich abhalten, Sie einzufuhren.“
12*


