1722 von welchem aus der Garten ſich, mit Huͤlfe eines guten Glaſes, ganz uͤberſehen ließ.
Und ſiehe da, von hieraus erblickt er wirk⸗ lich ein Frauenzimmer im Garten, das er fuͤr ſeine verſtorbene Gattin erkennt. Bald darauf ſieht er auch einen Mann ihr entgegenkommen; Wernholden, offenbar Wernholden.
Nur mit Muͤhe widerſteht er ſeinem in⸗ nern Drange, ſogleich zu dem Paare zu eilen. Um ganz ſicher zu gehen, faͤhrt er nach dem Begraͤbnißplatze. Er begehrt das Aufſchlieſſen ſeiner Gruft von dem Tobtengraͤber. Der Er⸗ ſchrockene fuͤgt ſich in ſein Begehren. Als der Sarg Ottiliens leer gefunden wird, will der Todtengraͤber die Sache auf Diebe ſchieben, wel⸗ che unfehlbar die Leiche ihrer Ringe haͤtten be⸗ rauben wollen. Allein ſein bleiches Geſicht, die lallende Zunge, ſein heftiges Zittern verrathen ihn dergeſtalt, daß der Griff, welchen der Zor⸗ nige nach ſeiner Bruſt thut, ihn ſogleich auf die Kniee niederwirft und zum Bekenntniſſe des ganzen Vorfalls am Begraͤbnißabende noͤthigt. Deer Zuſammenhang der Dinge liegt jetzt ohne Schleier vor dem Gluͤhenden. Er verlaͤßt den Gottesacker und faͤhrt grade zuruͤck nach


