160 nehme den aͤußerſten Fall an, wenn es, was ſehr unwahrſcheinlich iſt, bei unſerer Eingezogen⸗ heit, wenn es zur Entdeckung käͤme, wie moͤch⸗ te nicht das Recht auf unſerer Seite ſeyn und alle Anſpruͤche des erſten Gatten ſogleich zuruͤck⸗ weiſen? Das Mittel dazu, der Prozeß, iſt das Schlimme; keinesweges das Urtel; das muß zu unſern Gunſten ausfallen. Herr Frelon hat ſeine Gattin begraben laſſen. Ein Anderer nimmt ſie als eine Todte. Der Gott der Liebe fuͤhlt Mitleid mit ſeiner gluͤhenden Leidenſchaft und haucht der Todten neues Leben ein. Die erſte Ehe iſt durch das Begraͤbniß geloͤſ't. Sie iſt ohne Kinder. Die zweite, durch wechſelſei⸗ tige Liebe geheiligte Verbindung, iſt mit einem Kinde geſegnet. Welcher Richtet koͤnnte da wohl fuͤhllos genug ſeyn, Ottiliens zweite Ehe, zur Erhaltung der erſten vernichten zu wollen?“ Wernhold ſprach noch viel uͤber den Gegen⸗ ſtand. Er fuhrte unter andern auch den Zettel an, in welchem Ottilie ihn auf das Wiederſe⸗ hen jenſeit des Grabes verwieſen hatte. Der Zettel war mit Frelons Bewilligung an ihn ab⸗ gegangen und dieſes Jenſeit bereits erfolgt. Denn Ottilie war ſchon wirklich begraben geweſen.—
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Welcher? : drei Geschichten verwandten Inhalts / von Friedrich Laun
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