3² fallendſte Gunſt des Himmels gegen Caͤcilien darin ſehen, daß der ihrer Liebe und Achtung Unwüuͤrdige ſo zu rechter Zeit in ſeiner ganzen Schmach erſchienen war. 8*
12.
Kein Wölkchen truͤbte das heitre Blau des Himmels am Hochzeitmorgen. Eine zahlreiche Verwandtſchaft von beiden Seiten geleitete das Brautpaar auf der wichtigen, verhäͤngnißvollen Fahrt nach dem Gotteshauſe. Caͤcilie fuͤhlte ſich wie berauſcht im Anſchauen ihres Braͤutigams, in der Seligkeit, von welcher ſein funkelndes Auge ſie die Schoͤpferin nannte.
Die Kirche war mit erwartungvollen Men⸗ ſchen erfuͤllt, als ſie anlangten; die Blumen auf ihrem Wege zum Altare nicht geſpart. Der ehrwurdige Greis, welcher die Trauung verrich⸗ tete, Caͤciliens ſegenvoller Troſtgeber in der ver⸗ gangnen Noth, hielt eine kurze, aber bezie⸗ hungreiche, eindringliche Rede uͤber die Schick⸗ ſale der Menſchen und die Art, wie der unſicht⸗ bare Arm, der ſie leitet, zuweilen doch hervor⸗ gehe aus der Wolke, die ihn gewoͤhnlich ver⸗ huͤllte. Es herrſchte die feierlichſte Stille und


