14 den das todtenblaſſe Geſicht des zitternden Fraͤu⸗ leins kund that, ſtockte ſein Mund recht ſichtbar. Aber auch Caͤcilien entging das nicht. Sie ver⸗ langte alles, alles zu hoͤren und ſo kam es all⸗ maͤhlig heraus, daß Wildenfels nicht allein, ſon⸗ dern mit einem, ſo viel ihr weißer Schleier zu ſehen erlaubt hatte, wohlgebildeten Frauenzim⸗ mer abgereiſet war.
Weitere Nachforſchungen beſtaͤtigten dieſe Umſtaͤnde immer mehr. Sein Hauswirth er⸗ bot ſich, darauf einen Eid abzulegen, daß alles ſo bewandt ſey und der Mann war als viel zu rechtlich in der ganzen Stadt bekannt, um nach dieſer Verſicherung noch Zweifel hegen zu koͤnnen,
6. Cäͤciliens Zuſtand grenzte an Wahnſinn. „Ihr Herz drohte den letzten Schlag zu thun, da das Bild von des Treuloſen Werth und ſeiner Liebe, welches zeither gewiſſermaſen alle Faſern deſſelben erfuͤllt und zuſammengehalten hatte, wie ein truͤgendes Geſpenſt daraus verſchwinden ſollte.— Ach, die Ungluͤckliche, wie gern haͤtte ſie dieſen letzten Herzensſchlag empfunden, wenn nur der ihr ſo koͤſtliche Traum von ſeiner Treue


