3 da, wie in einem Anfalle von boͤſer Krankheit, Wildenfels geaͤußert, daß, wenn irgend einmal ſein Argwohn Beſtaͤtigung erhielte, er ohne Weiteres die Stadt verlaſſen werde und nie wie⸗ der etwas von ihm zu hoͤren ſeyn ſolle. Die Mutter, Caͤciliens engelreinen Sinn vom Grun⸗ de kennend, ſchloß aus dieſer ungluͤcklichen Dro⸗ hung, daß es Wildenfelſen mit ſeiner Liebe nicht einmal Ernſt ſey, oder wenigſtens ihrem armen Kinde kuͤnftig an der Hand des launenhafteſten, argdenklichſten Menſchen ein uͤberaus bittres Loos fallen werde. Darum pflegte die geheime Raͤ⸗ thin auch gewoͤhnlich dieſe Zwiſte unvermerkt anzublaſen. Allein die Verſoͤhnung der Lieben⸗ den trat in der Regel dann grade am ſchnellſten ein, wenn die Mutter ſolche fuͤr faſt unmoͤglich geachtet hatte.
Wie aber ein Feuer, das recht lange im Verborgenen gehauſet, nur deſto unaufhaltſa⸗ mer hervorbricht, ſo auch die Flamme der Liebe dieſes Paares. Umſonſt bat und drohete die ge⸗ heime Naͤthin, daß man, wenigſtens vor Zeugen, ſich maͤßigen ſolle; in Kurzem ſchon wurde die Verbindung des Tonkuͤnſtlers mit der Geheimen⸗ rathstochter ein Gegenſtand der Gloſſen nicht


