4 Wildenfels eine ziemlich ſeltſame Weiſe und manche Ungleichheit in ſeinem Betragen hatte, wie man ſie wohl bisweilen an gehaltvollen Kuͤnſtlern findet, deren Talente ſich der gehoͤri⸗ gen Anerkennung noch nicht erfreuen.— Zu klug aber, um durch offenbare Zuruͤcknahme ih⸗ res, Wildenfelſen gegebenen Wortes, der Liebe des Paares einen neuen Aufſchwung zu ertheilen, hielt die geheime Raͤthin ihm ihre Geſinnung verborgen und machte nur, dem jungen Manne ſowohl als ihrer Tochter, die Bedingung, den geſchloſſenen Bund gegen Jedermann ſo lange zu verheimlichen, bis ſie den Augenblick wuͤrde gefunden haben, ihrem alten Oheime und Caͤ⸗ ciliens Vormunde, dem Miniſter Tellheim, ei⸗ nem hoͤchſt wunderlichen Manne, die Sache auf geſchickte Weiſe darſtellen zu koͤnnen.
Das aber verzögerte ſich von einer Zeit zur andern.
Hauptſaͤchlich rechnete ſie auf die kleinen Zwiſte, welche zuweilen unter den Liebenden ſtatt fanden. Groͤßtentheils lagen ihnen Eiferſucht⸗
grillen des Braͤutigams zum Grunde, zu denen
ſtets ſein heimlicher Unmuth die erſte Gelegenheit gegeben haben mochte. Wiederholt hatte ſchon


