Teil eines Werkes 
6. Band (1816)
Entstehung
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du's faſſen? Sie iſt todt Es ergreift mich mit allem Schauer der Nacht das Gefuhl: ſie iſt todt! Da liegt ſie, die Blume zu deinen Füßen und du Er⸗ barm dich meiner, Gott im Himmel, ich habe ſie nicht getoͤdtet! Verbergt euch, Sterne, ſchaut nicht her⸗ nieder, ihr, die ihr ſo oft den Miſſethaͤter ſaht in dem Gefuhl des innigſten Gluͤckes dieſe Schwelle verlaſſen, durch eben dieſe Straße mit Saitenſpiel und Geſang in goldnen Pha hinſchweben, und ſein am heimli⸗ b ſchen Gitter lanſchendes Maͤdchen mit wonnevollen Er⸗ wartungen entzuͤnden! Und du fuͤllſt nun das Haus mit Wehklagen und Jammer! und dieſen Schauplatz dei⸗ nes Glückes mit Grabgeſang! Marie! Marie! nimm mich mit dir! nimm mich mit dir!(Eine traurige Muſik tont einige Laute von innen.) Sie beginnen den Weg zum Grabe! Haltet! haltet! Schließt den Sarg nicht! Laſſt mich ſie noch einmal ſehen!(Er geht auf's Haus los.) Ha! wem, wem wag' ich's unter's Geſicht zu tre⸗ ten? wem in ſeinen entſetzlichen Schmerzen zu begegnen? Ihren Freunden? Ihrem Bruder! dem wuͤthender Jammer den Buſen fuͤllt!(Die Muſik geht wieder an.) 3 Sie ruft mir! ſie ruft mir! Ich komme! Welche Angſt umgibt mich! Welches Beben haͤlt mich zuruͤck!

(Die Muſik faͤngt zum drittenmale an und faͤhrt fort. Die Fackeln bewegen ſich vor der Thuͤr, es treten noch drey andere zu ihnen, die ſich in Ordnung reihen, um den Leichen⸗ zug einzufaſſen, der aus dem Hauſe kommt, Sechs tragen