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Guilvert. Weib!
Sophie. Lies! Lies! Der Geſandte meldet unſerm Bruder: Clavigo habe ihn peinlich angeklagt, als ſey er unter einem ſalſchen Namen in ſein Haus geſchli⸗ chen, habe ihm im Bette die Piſtole vorgehalten, habe
ihn gezwungen, eine ſchimpfliche Erklaͤrung zu unter⸗
ſchreiben; und wenn er ſich nicht ſchnell aus dem Koͤ⸗ nigreiche entſernt, ſo ſchleppen ſie ihn in's Geſaͤngniß,
daraus ihn zu befreyen der Geſandte vielleicht ſelbſt
nicht im Stande iſt.
Beaumarchais(aufſpringend). Ja, ſie ſollen's! ſie ſollen's! ſollen mich in's Gefaͤngniß ſchleppen. Aber von ſeinem Leichname weg, von der Stäte weg, wo ich
mich in ſeinem Blute werde geletzt haben.— Ach! der 1
grimmige, entſetzliche Durſt nach ſeinem Blute fuͤllt mich ganz. Dank ſey dir, Gott im Himmel, daß du dem Menſchen mitten im gluͤhenden unertraͤglichſten Leiden. ein Labſal ſendeſt, eine Erquickung. Wie ich die dür⸗ ſtende Rache in meinem Buſen fühle! wie aus der Ver⸗ nichtung meiner ſelbſt, aus der ſtumpfen Unentſchloſſen⸗ heit mich das herrliche Gefuͤhl, die Begier nach emem Blute herausreißt, mich uͤber mich ſelbſt reißt! Rache! Wie mir's wohl iſt! wie Alles an mir nach ihm hinſtrebt, ihn zu faſſen, ihn zu vernichten! Sophie. Du biſt fürchterlich, Bruder. 2
Beaumarchais. Deſto beſſer.— Ach! Keinen
Degen, kein Gewehr! Mit dieſen Haͤnden will ich ihn


