43⁶ Geſinnungen, die einen ruhigen Buͤrger glücklich machen wurden, muſſteſt du den unſeligen Hang nach Größe verbinden! Und was iſt Gröͤße, Clavigo? ſich in Rang und Anſehn uͤder Andre zu erheben? Glaub' es nicht! Wenn dein Herz nicht groͤßer iſt, als Andrer Herzen; wenn du nicht im Stande biſt, dich gelaſſen uͤber Ver⸗ haͤltniſſe hinaus zu ſetzen, die einen gemeinen Menſchen aͤngſtigen wuͤrden, ſo biſt du mit allen deinen Baͤndern und Sternen, biſt mit der Krone ſelbſt nur ein gemei⸗ ner Menſch. Faſſe dich, beruhige dich! Clavigo ceichtet ſich auf, ſieht Carlos an und reicht ihm eine Hand, die Carlos mit Heftigkeit aufaſſt). Carlos. Auf! auf, mein Freund! und entſchließe dich. Sieh, ich will Alles bey Seite ſetzen, ich will ſa⸗ gen: Hier liegen zwey Vorſchlaͤge auf gleichen Schalen. Entweder du heiratheſt Marien und findeſt dein Gluͤck in einem ſtillen buͤrgerlichen Leben, in den ruhigen haͤus⸗ lichen Freuden; oder du fuͤhreſt auf der ehrenvollen Bahn deinen Lauf weiter nach dem nahen Ziele.— Ich will Alles bey Seite ſetzen, und will ſagen: Die Zunge ſteht inne; es kommt auf deinen Entſchluß an, welche von beyden Schalen den Ausſchlag haben ſoll! Gut! Aber entſchließe dich!— Es iſt nichts erbaͤrmlicher in der Welt als ein unentſchloſſener Menſch, der zwiſchen zweyen Empfindungen ſchwebt, gern beyde vereinigen moͤchte, und nicht begreift, daß nichts ſie vereinigen kann, als eben der Zweifel, die Unruhe, die ihn peinigen. Auf,
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