434
ausgehen, wie Bettlerslaͤmpchen.— Ein Mann, der Stammvater einer Familie ſeyn koͤnnte, die vielleicht künftig— Ich werde noch naͤrriſch, der Kopf vergeht mir.
Clavigo, Carlos, was ſoll ich dir ſagen! Als ich ſie wieder ſah; im erſten Taumel flog ihr mein Herz ent⸗ gegen— und ach!— da der voruͤber war— Mitlei⸗ den— innige tiefe Erbarmung floͤßte ſie mir ein: aber Liebe— ſieh! es war, als wenn mir in der Fülle der Freuden die kalte Hand des Todes uͤber'n Nacken fuͤhre. Ich ſtrebte munter zu ſeyn, wieder vor denen Menſchen, die mich umgaben, den Gluͤcklichen zu ſpielen: es war Alles vorbey, Alles ſo ſteif, ſo aͤngſtlich. Waͤren ſie weniger außer ſich geweſen, ſie muͤſſten's gemerkt haben.
Carlos. Hoͤlle! Tod und Teufel! und du willſt ſie heirathen?—
Clavigo(ſteht ganz in ſich ſelbſt verſunken ohne zu antworten).
Carlos. Du biſt hin! verloren auf ewig! Leb' wohl, Bruder, und laß mich Alles vergeſſen, laß mich mein einſames Leben noch ſo ausknirſchen, uͤber das Schickſal deiner Verblendung. Ha! das alles! ſich in den Augen der Welt veraͤchtlich zu machen, und nicht einmal dadurch eine Leidenſchaft, eine Begierde befriedi⸗ gen? dir muthwillig eine Krankheit zuziehen, die, indem ſie deine innern Kraͤfte untergraͤbt, dich zugleich dem Anblick der Menſchen abſcheulich macht. Clavigo. Carlos! Callos!


