Teil eines Werkes 
6. Band (1816)
Entstehung
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Clavigo. Ich geſtehe dir, das waren oft auch meine Traͤume.

Carlos. Traͤume! So gewiß ich den Thurm er⸗ reiche und erklettere, wenn ich darauf losgehe, mit dem feſten Vorſatze nicht abzulaſſen bis ich ihn erſtiegen ha⸗ be, ſo gewiß haͤtteſt du auch alle Schwierigkeiten üͤber⸗ wunden. Und hernach waͤr' mir fuͤr das Uebrige nicht bang geweſen. Du haſt kein Vermoöͤgen von Hauſe, deſto beſſer; das haͤtte dich auf die Erwerbung eifriger, auf die Erhaltung aufmerkſamer gemacht. Und wer am Zoll ſitzt ohne reich zu werden, iſt ein Pinſel. Und dann ſeh' ich nicht, warum das Land dem Miniſter nicht ſo gut Abgaben ſchuldig iſt, als dem Könige. Dieſer gibt ſei⸗ nen Namen her und jener die Kraͤfte. Wenn ich denn mit allem dem fertig war, dann ſah ich mich erſt nach einer Parthie fuͤr dich um. Ich ſah manch ſtolzes Haus, das die Augen uͤber deine Abkunft zugeblinkt haͤtte, man⸗ ches der reichſten, das dir gern den Aufwand deines Standes verſchafft haben wuͤrde, nur um an der Herr⸗ lichkeit des zweyten Koͤnigs Theil nehmen zu duͤrfen und nun

Clavigo. Du biſt ungerecht, du ſetzeſt meinen ge⸗ genwaͤrtigen Zuſtand zu tief herab. Und glaubſt du denn, daß ich mich nicht weiter treiben, nicht auch noch maͤchtigere Schritte thun kann.

Carlos. Lieber Freund, brich du einer Pflanze das Herz aus, ſie mag hernach treiben und treiben unzäͤh⸗