4 4
Clavigo. Nein, Carlos. Die Sache ſteht anders, als du denkſt.
Carlos. Wie?—
Clavigo. Ich hoffe durch ſeine Vermittlung, durch mein eifriges Beſtreben, Verzeihung von der Ungluͤckli⸗ chen zu erhalten.
Carlos. Clavigo!
Clavigo. Ich hoffe all das Vergangene zu tilgen, das Zerruttete wieder herzuſtellen, und ſo in meinen Au⸗ gen und in den Augen der Welt wieder zum ehrlichen Mann zu werden. 7
Carlos. Zum Teufel, biſt du kindiſch geworden? Man ſpuͤrt dir doch immer an daß du ein Gelehrter biſt. — Dich ſo bethören zu laſſen! Siehſt du nicht, daß das ein einfaͤltig angelegter Plan iſt, um dich in's Garn zu ſprengen?
Clavigo. Nein, Carlos, er will die Heirath nicht; ſie ſind dagegen, ſie will nichts von mir hoͤren.
Carlos. Das iſt die rechte Hoͤhe. Nein, guter Freund, nimm mit's nicht übel, ich hab' wohl in Komo⸗ dien geſehen, daß man einen Landjunker ſo geprellt hat.
Clavigo. Du beleidigſt mich. Ich bitte, ſpare deinen Humor auf meine Hochzeit. Ich bin entſchloſ⸗ ſen Marien zu heirathen. Freywillig, aus innerm Trieb'. Meine ganze Hoffnung, meine ganze Gluckſeligkeit ruht auf dem Gedanken, ihre Verzeihung zu erhalten. Und dann fahr hin, Stolz! An der Bruſt dieſer Lieben liegt


