43 Jarthazuſfen. Maria. Weislingen.
Maria. Ihr liebt mich, ſagt ihr. Ich glaub' es gerne, und hoffe mit euch, glücklich zu ſeyn, und euch gluͤcklich zu machen.
Weislingen. Ich fuͤhle nichts, als nur daß ich ganz dein bin.(Er umarmt ſie.)
Maria. Ich bitte euch, laſſ't mich. Einen Kuß hab ich euch zum Gottspfennig erlaubt; ihr ſcheint aber ſchon von dem Beſitz nehmen zu wollen was nur unter Bedingungen euer iſt.
Weislingen. Ihr ſeyd zu ſtreng, Maria! Un⸗ ſchuldige Liebe erfreut die Gottheit, ſtatt ſie zu belei⸗ digen.
Maria. Es ſey! Aber ich bin nicht dadurch er⸗ baut. Man lehrte mich: Liebkoſungen ſeyn, wie Ketten, ſtark durch ihre Verwandtſchaft, und Mädchen, wenn ſie liebten, ſeyn ſchwaͤcher als Simſon nach Verluſt ſeiner Locken.
Weislingen. Wer lehrte euch das?.
Maria. Die Aebtiſſinn meines Kloſters. Bis in mein ſechzehntes Jahr war ich bey ihr, und nur mit euch empfind' ich das Gluͤck, das ich in ihrem Umgang genoß. Sie hatte geliebt, und durfte reden. Sie hatte ein Herz voll Empfindung! Sie war eine vortreffliche Frau.


