40 und nimmt in ihrem Amte ihnen nichts uͤbel. Zur Vor⸗ ſorge thaͤtet ihr wohl wenn ihr eine Schellenkappe trügt.
Liebetraut. Wo habt ihr promovirt? Es iſt nur zur Nachfrage, wenn mir einmal der Einfall kaͤme, daß ich gleich vor die rechte Schmiede ginge.
Olearius. Ihr ſeyd verwegen.
Liebetraut. Und ihr ſehr breit.
(Biſchof und Abt lachen.)
Biſchof. Von was anders!— Nicht ſo hitzig, ihr Herrn. Bey Tiſch geht Alles drein— Einen andern Discurs, Liebetraut! 1
Liebetraut. Gegen Fraukfurt liegt ein Ding uͤber, heißt Sachſenhauſen—
Olearius.(zum Biſchof.) Was ſpricht man vom Tuͤrkenzug, Ihro Fuͤrſtliche Gnaden?
Biſchof. Der Kaiſer hat nichts Angelegners, als vorerſt das Reich zu beruhigen, die Fehden abzuſchaffen, und das Anſehen der Gerichte zu befeſtigen. Dann, ſagt man, wird er verſoͤnlich gegen die Feinde des Reichs und der Chriſtenheit ziehen. Jetzt machen ihm ſeine Privat⸗ haͤndel noch zu thun, und das Reich iſt, trotz ein vierzig Landfrieden, noch immer eine Möoͤrdergrube. Franken, Schwaben, der Oberrhein und die angraͤnzenden Laͤnder, werden von uͤbermuͤthigen und kͤhnen Rittern verheeret. Sickingen, Selbitz mit Einem Fuß, Berlichingen mit der eiſernen Hand, ſpotten in dieſen Gegenden des Kaiſer⸗ lichen Anſehens—


