Teil eines Werkes 
6. Band (1816)
Entstehung
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cher Licht und Recht iſt, und eure Gaͤnge ſcheuen wenig⸗ ſtens den Tag. 46

Weislingen. Ihr duͤrft reden, ich bin der Ge⸗ fangne.

Goͤtz. Wenn euer Gewiſſen rein iſt, ſo ſeyd ihr frey. Aber wie war's mit dem Landfrieden? Ich weiß noch, als ein Bub von ſechszehn Jahren war ich mit dem Markgrafen auf dem Reichstag. Was die Fuͤrſten da fuͤr weite Maͤuler machten, und die Geiſtlichen am aͤrgſten. Euer Biſchof laͤrmte dem Kaiſer die Ohren voll, als wenn ihm wunder wie! die Gerechtigkeit an's Herz gewachſen waͤre; und jetzt wirft er mir ſelbſt einen Bu⸗ ben nieder, zur Zeit da unſere Haͤndel vertragen ſind, ich an nichts Boͤſes denke. Iſt nicht Alles zwiſchen uns geſchlichtet? Was hat er mit dem Buben?

Weislingen. Es geſchah ohne ſein Wiſſen.

Goͤtz. Warum gibt er ihn nicht wieder los?

Weislingen. Er hat ſich nicht aufgefuͤhrt wie er ſollte.

Gotz. Nicht wie er ſollte? Bey meinem Eid, er hat gethan wie er ſollte, ſo gewiß er mit eurer und des Bi⸗ ſchofs Kundſchaft gefangen iſt. Meint ihr, ich komm erſt heut auf die Welt, daß ich nicht ſehen ſoll wo Alles hinaus will. 3

Weislingen. Ihr ſeyd argwoͤhniſch und thut uns Unrecht.

Gotz. Weislingen, ſoll ich von der Leber weg reden?

Goethe's Werke. VI. Bd. 3