Teil eines Werkes 
6. Band (1816)
Entstehung
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Goötz. Was meint ihr?

Martin. Und eure Weiber!(Er ſchenkt ein.) Auf Geſundheit eurer Frau!(Er wiſcht ſich die Augen). Ihr

habt doch eine?

Goͤtz. Ein edles, 9eitefflches Weib!

Martin. Wohl dem, der ein tugendſam Weib hat! deß lebt er noch eins ſo lange. Ich kenne keine Weiber, und doch war die Frau die Krone der Schoͤ⸗ pfung!

Goͤtz(vor ſich.) Er dauert mich! Das Gefuͤhl ſei⸗ nes Standes friſſt ihm das Herz.

Georg(geſprungen.) Herr! ich hoͤre Pſetde im Galopp! Zwey! Es ſind ſie gewiß..

Götz. Führ' mein Pferd heraus! Hanns ſoll auf⸗ ſitzen. Lebt wohl, theurer Bruder, Gott geleit' euch! Seyd muthig und geduldig. Gott wird euch Raum geben.

Martin. Ich bitt' um euern Namen.

Göoͤtz. Verzeiht mir. Lebt wohl!(Er reicht ihm die linke Hand.) 5

Martin. Warum reicht ihr mir die Linke? Bin

ich die ritterliche Rechte nicht werth? Götz. Und wenn ihr der Kaiſer waͤrt, ihr muͤſſtet mit dieſer vorlieb nehmen. Meine Rechte, obgleich im

Kriege nicht unbrauchbar, iſt gegen den Druck der Liebe

unempfindlich: ſie iſt eins mit ihrem Handſchuh; ihr ſeht er iſt Eiſen.