Teil eines Werkes 
6. Band (1816)
Entstehung
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oder Laboranten gemacht! ich koͤnnte gluͤcklich ſeyn. Mein Abt liebt mich, mein Kloſter iſt Erfurt in Sachſen; er weiß, ich kann nicht ruhn; da ſchickt er mich herum, wo was zu betreiben iſt. Ich geh zum Biſchof von Eonſtanz.

Goͤtz. Noch Eins! Gute Verrichtung!

Martin. Gleichfalls.

Götz. Was ſeht ihr mich ſo an, Bruder?

Martin. Daß ich in euern Harniſch verliebt bin.

Goͤtz. Haͤttet ihr Luſt zu einem? Es iſt ſchwer und beſchwerlich ihn zu tragen.

Martin. Was iſt nicht beſchwerlich auf dieſer Welt! und mir kommt nichts beſchwerlicher vor als nicht Menſch ſeyn duͤrfen. Armuth, Keuſchheit und Gehor⸗ ſam Drey Geluͤbde, deren jedes, einzeln betrachtet, der Natur das Unausſtehlichſte ſcheint, ſo unertraͤglich ſind ſie alle. Und ſein ganzes Leben unter dieſer Laſt, oder der weit druͤckendern Buͤrde des Gewiſſens muthlos zu keuchen! O Herr! was ſind die Muͤhſeligkeiten eures Lebens, gegen die Jaͤmmerlichkeiten eines Standes, der die beſten Triebe, durch die wir werden, wachſen und gedeihen, aus mißverſtandener Begierde Gott naͤher zu rucken, verdammt?

Gotz. Waͤr' euey Geluͤbde nicht ſo heilig, ich wollte

euch bereden einen Harniſch anzulegen, wollt' euch ein Pferd geben, und wir zoͤgen mit einander. Martin. Wollte Gott, meine Schultern fuͤhlten