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Lieb Kind! Mein artig Herz! Mein einzig
Weſen! Wie du ſo freundlich meine Sehnſucht ſtillteſt Mit ſuͤßem Wort und mich ſo ganz verwoͤhnteſt. So gar dein Liſpeln glaubt' ich auch zu leſen, Womit du liebend meine Seele fullteſt Und mich auf ewig vor mir ſelbſt verſchoͤnteſt.
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XI. Nemeſis.
Wenn durch das Volk die grimme Seuche wuͤthet, Soll man vorſichtig die Geſellſchaft laſſen. Auch hab' ich oft mit Zaudern und Verpaſſen Vor manchen Inſtuenzen wich gehuͤtet. Und obgleich Amor oͤfters mich beguͤtet, Mocht' ich zulett mich nicht mit ihm befaſſen. So ging mir's auch mit jenen Lacrimaſſen, Als vier- und dreifach reimend ſie gebruͤtet. Nun aber folgt die Strafe dem Veraͤchter, Als wenn die Schlangenfackel der Erynnen
Von Berg zu Chal, von Land zu Meer ihn triebe.
Ich hoͤre wohl der Genien Gelaͤchter; Doch trennet mich von jeglichem Beſinnen Sonettenwuth und Raſerei der Liebe.


