Teil eines Werkes 
2. Theil (1835)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

16

Unſchuld.

Schoͤnſte Tugend einer Seele, Reinſter Quell der Zaͤrtlichkeit! Mehr als Byron, als Pamele Ideal und Seltenheit!

Wenn ein andres Feuer brennet, Flieht dein zaͤrtlich ſchwaches Licht; Dich fuͤhlt nur wer dich nicht kennet, Wer dich kennt, der fuͤhlt dich nicht.

Goͤttin! In dem Paradieſe Lebteſt du mit uns vereint;

Noch erſcheinſt du mancher Wieſe Morgens, eh die Sonne ſcheint. 3 Nur der ſanfte Dichter ſiehet Dich im Nebelkleide ziehn;

Phoͤbus kommt, der Nebel fliehet, Und im Nebel biſt du hin.

Scheinto d.

Weint, Maͤdchen! hier bei Amors Grabe; hier Sank er von nichts, von ohngefaͤhr danieder. Doch iſt er wirklich todt? Ich ſchwoͤre nicht dafuͤr: Ein Nichts, ein Ohngefaͤhr erweckt ihn oͤfters wieder.

,

Novemberliie d.

Dem Schuͤtzen, doch dem alten nicht, Zu dem die Sonne flieht,