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Unſchuld.
Schoͤnſte Tugend einer Seele, Reinſter Quell der Zaͤrtlichkeit! Mehr als Byron, als Pamele Ideal und Seltenheit!
Wenn ein andres Feuer brennet, Flieht dein zaͤrtlich ſchwaches Licht; Dich fuͤhlt nur wer dich nicht kennet, Wer dich kennt, der fuͤhlt dich nicht.
Goͤttin! In dem Paradieſe Lebteſt du mit uns vereint;
Noch erſcheinſt du mancher Wieſe Morgens, eh die Sonne ſcheint. 3 Nur der ſanfte Dichter ſiehet Dich im Nebelkleide ziehn;
Phoͤbus kommt, der Nebel fliehet, Und im Nebel biſt du hin.
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Scheinto d.
Weint, Maͤdchen! hier bei Amors Grabe; hier Sank er von nichts, von ohngefaͤhr danieder. Doch iſt er wirklich todt? Ich ſchwoͤre nicht dafuͤr: Ein Nichts, ein Ohngefaͤhr erweckt ihn oͤfters wieder.
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Novemberliie d.
Dem Schuͤtzen, doch dem alten nicht, Zu dem die Sonne flieht,


