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dem juͤngſten etwas reinliche Waͤſche und einige gebrauchte Kleidungsſtuͤcke von ihrem Auguſt; waͤſcht, badet, ziehet den kleinen Buben an; der ſchreiet unaufhoͤrlich, wie ausgelaſſen: Schoͤn Hemd kriegt! Mutter, ſchoͤn Hemd kriegt! und die Pfarrerin druͤckt ihn nun, da er ganz an⸗ ders als vorher ausſahe, mit Freudenthraͤnen an ſich. Ich ſah' das unbemerkt uͤber meine Gartenmauer. Nun, ſagt die Pfarrerin zu meiner großen Freude der Mutter— nun bring' ich euch zu unſrer gnaͤdgen Frau; die vermag mehr, als ich. Gebt Acht, ſie thut an den beiden aͤlteſten, wie ich am juͤngſten, und thut's gewiß eben ſo gern.— Ich konnte mich nicht enthalten, ihr zuzurufen; veranſtaltete, was ihr Zutrauen verſprochen hatte: die Kinder freueten ſich, wie ihr Bruͤderchen; ich nun wol auch— aber das Entzuͤcken der Pfarrerin empfand ich nicht——
Das machte mich endlich ſehr traurig. Du haſt von Gott nicht den lebendigen, friſchen, frohen Sinn, wie ſie, erhalten, ſagte ich erſt; dem widerſprachen aber andere Erfah⸗ rungen, und nun fiel mir noch ſchwerer aufs


