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gen, als ſich die Sonne noch nicht hoch geho⸗ ben hatte. Aus dem dicken Weidengebuͤſch am Bach ſchluͤpfte eine kleine Grasmuͤcke— mun⸗ ter, gewandt, niedlich, wie— wie— ey nun, wie eine Grasmuͤcke, denn es giebt ja wol nichts, was noch muntrer, gewandter und nied⸗ licher waͤre, und womit dies kleine, ſchmucke Weſen verglichen werden koͤnnte!
Wer nur einigemal bemerkt hat, wie ganz
anders ein Vogel aus dem Neſte, als auf
andern Wegen, fliegt, begreift auch, daß ich leicht abnehmen konnte, er muͤſſe da ſeine kleine
Wohnung und Familie haben. Ich trat leiſe
hinzu, bog die Gerten behutſam aus einander — das Maͤnnchen ſlog aͤngſtlich zwitſchernd von einem Zweige zum andern um mich her: jetzt fand ich das Neſt, und darin das Weib⸗ chen bruͤtend. Das Muͤtterchen ſahe mich ohne Furchtſamkeit mit den ſchoͤnen, klaren Augen an, als wollte es ſagen: du thuſt mir nichts zu Leide: du weißt ja auch was Mut⸗ terliebe iſt!— Wie lieb gewann ich das Thier⸗ chen, ſeines Zutrauens wegen! Ich waͤre trau⸗ rig geworden, wenn ich es ihm gar nicht haͤtte


