89
So iſt alſo der junge Bretagner in einem großen Modewaarenlager untergebracht, wo er ſeine Trödel⸗ bude leicht verſchmerzt. Er zeigt ſich ſo dienſteifrig, hat ſo viel Gewandtheit in dem Geſchäft, daß ihm ſein Herr nach Verfluß von ſechs Wochen zwölf Fran⸗ ken monatlichen Gehalt ausſetzt.
Zwölf Franken monatlich! das war drei Mal mehr, als er bei dem alten Fripard verdiente; Trick zweifelt nicht, daß er auf dem Wege zum Reich⸗ thum wandle.
Es ſind ſechs Monate, ſeit Trickchen im Mode⸗ waarenlager verwendet iſt, und es iſt unnöthig, zu ſagen, daß ſein Selbſtvertrauen zurückgekehrt iſt und er oft ausruft:„O, jetzt rathe ich Niemand mehr, zu verſuchen, mich dranzukriegen.“
Indeſſen hat Trick namentlich den Dienſt, die Ausgänge zu machen und den Kunden die ausge⸗ wählten Stoffe zu bringen.
Eines Tags verläßt er ſein Magazin mit zwei ſchönen franzöſiſchen Caſchemirſhawls, die ſorgfältig eingepackt und zugebunden ſind, unter dem Arme.
Ein gut gekleideter Herr, der ſeit einiger Zeit dem kleinen Commis folgte, redet ihn alsbald an: er radebrecht das Franzöſiſche wie ein Deutſcher, Engländer oder Italiener; manchmal macht er alle Drei zugleich nach. Er grüßt Trick mit den Worten: „Myn klein Musje, verzeih Sie, entſchuldik Se, wenn ik mik wend' an Sie, ohne Se zu kenn, aber ik ſein fremd, ik nid hab Bekanntſchaft, verdammt!“
Der kleine Commis fängt an zu lachen und ſagt:


