Teil eines Werkes 
2. Theil (1845)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

9

Warum? das ſcheint mir ziemlich leicht erklärlich.

Die Theater, wo immer viele Leute ſind, müſſen nothwendig die ſein, wo man ſich am beſten unter⸗ hält. Nun, kann man denn ſchlecht ſein, wenn man glücklich iſt? Und iſt man nicht glücklich, wenn man ſich gut unterhält? Abermals ein Grundſatz, der nicht neu, aber doch köſtlich iſt.

Es iſt ein ſonderbares Ding um das Parterre eines Theaters! Für den, der beobachten, hören könnte .. welche Studien! wie viele Typus ſind da verbor⸗ gen, die beſcheiden unter der Menge ſitzen! wie viele geiſtreiche, originelle Leute, Eſel und Nullen! Und könnte man in den Köpfen aller dieſer jungen, alten, reichen, armen, traurigen, fröhlichen, unglücklichen, zufriedenen, ehrlichen, intriganten Leute leſen, welche der Zufall hier verſammelt hat, wie würde man nicht manchmal erſtaunen, zwei Perſonen neben ein⸗ ander ſitzen zu ſehen, die ſo wenig geſchaffen ſind, um beiſammen zu ſein.

Aber der Zufall, der euch neben Jemanden ge⸗ führt hat, mit dem ihr im Laufe des Abends einige Worte gewechſelt habt, kommt vielleicht niemals wieder.

Ihr werdet nie mehr jener Perſon begegnen, mit der ihr einige Stunden lang geplaudert habt und deren Bemerkungen und treffende Reflexionen euch die Länge der Zwiſchenakte haben vergeſſen laſſen.

Ihr bedauert, daß ihr nicht wißt, wer der Herr iſt; ihr wäret froh, wenn ihr ihn wieder irgendwo träfet. Aber umſonſt. Ihr geht faſt alle Abend in's