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Nichte kein Vermögen, ſie muß daher arbeiten, um ſich eine kleine Mitgift zu erſparen und eine Heirath treffen zu können, weil derzeit ein junges, artiges Mädchen ſelten einen Anſtand findet, wenn ſie ihrem Manne nichts beibringt. Da Fräulein Auguſtine ſehr gut näht, kommt ſie nach Paris, um ſich hier als Nähterin zu vervollkommnen, wo ſie bald im Stande ſein wird, ihr Brod damit zu verdienen und ſich gut darauf zu verheirathen.
Girardiére hält alles dieß für ſehr vernünftig, billigt das Verfahren der Frau Gerbois und ſagt zu ſich ſelbſt, indem er wieder einen tiefen Seufzer aus⸗ ſtößt:„Eine Nähterin als Frau!... dabei iſt nichts Unangenehmes!... wenn eine Frau beſchäftigt iſt, denkt ſie nicht daran oder wenigſtens denkt ſie weniger daran, die Stutzer anzuhören, und überdieß, wenn ſie keine Kundſchaft hat, ſo kann ſie immerhin ihre Kleider ſich ſelbſt machen; das iſt eine Erſparniß. Fräulein Auguſtine wäre mir ſehr anſtändig, ſie könnte auch meine Weſten machen.“
Den ganzen Abend betrachtet Girardieére das junge Mädchen, welche bloß auf das Schauſpiel ſieht; bei jedem Akt wird er verliebter. Da man an dieſem Abend ſehr lange Stücke ſpielt, verliebt ſich Girar⸗ diere, bis man an's Ende kommt, leidenſchaftlich in Fräulein Auguſtine.
Während der Hageſtolz in den Zwiſihenakten mit der ältern Dame plauderte, unterließ er es nicht, von ſeiner Perſon, von ſeiner Stellung in der großen Welt und von ſeinen tauſend Thaler Renten zu reden;


