Erſtes Kapitel. Ein ſehr verliebter Mann.
Verſetzen Sie ſich zuerſt in den Speiſeſaal eines Gaſtwirths, aber nicht zu Very oder Vefour, auch nicht in das Café de Paris oder nach dem Rocher de Cancale, ſondern zu einem kleinen bürgerlichen Gaſt⸗ wirth ohne Anmaßung und Bedeutung, bei welchem man ziemlich gut zu Mittag ſpeist, vorausgeſetzt, daß man kein Lucullus oder Brillat⸗Savarin iſt. Der Speiſeſaal iſt zwar mit Spiegeln, Kron⸗ und Arm⸗ leuchtern nicht verſchwenderiſch ausgeſtattet, doch ſind die Tiſche immer beſetzt; nach dem Mahle bringt man Ihnen keinen blauen Bolus mit lauem Waſſer und einem Citronenrädchen, um den Mund auszuſpülen und die Hände zu waſchen(eine Reinlichkeit, welche ich, beiläufig geſagt, ſehr ſchmutzig finde); allein man hindert Sie nicht, die Fingerſpitzen in Ihr Glas einzutauchen und mit Ihrer Serviette abzutrocknen; end⸗ lich ſehen Sie hier keine Herrſchaften mit Equipagen, noch athmen Sie Moſchus⸗ und Ambragerüche ein, allein Sie begegnen Künſtlern und Schriftſtellern, und hören ſehr laut lachen und ſprechen. Nun wählen Sie zwiſchen der Porte Saint⸗Denis und der Tempelſtraße.
—---—


