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Maria oder die Tochter des Unglüks : Etwas mehr als Roman / Aus dem Französischen von dem Verfasser von Friedrich
Entstehung
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mir dieſe Ruhe gekoſtet. Mehr als fuͤnf⸗ zehn Jahre habe ich an meiner Ehre, an mei⸗ nem Vermoͤgen, an den fuͤßeſten Gefuͤhlen meiner Seele Schiffbruch gelitten; Verban⸗ nung, Kabalen des Gerichts, Gefangenſchaft alles hab ich ertragen, geduldet, uͤber⸗ ſtanden. Nur ein verlaſſenes Maͤdchen, trau⸗ rend und verbannt wie ich ſelbſt, hat die langen Truͤbſale meines Lebens in ſuͤße Ge⸗ nuͤſſe umgeſchaffen und die letzten Tritte mei⸗ ner Laufbahn mit Roſen beſtreuet; Maria, 3 die reizende Tochter des Ungluͤcks, umfaͤngt alles mit Gluͤckſeligkeit, was ſich ihr naͤhert. Voll kindlicher Ehrfurcht als Tochter; zaͤrt⸗ lich als Gattin, vortrefflich als Mutter nachſichtig als Gebieterin, und mitleidig ge⸗ L gen alle Ungluͤckliche, die ihre Huͤlfe anfle hen, iſt ſie fuͤr ihre Freunde und Bekannte ein Gegenſtand des allgemeinen Segens und

Lobes. Ihr habe ich die angenehmſten Au genblicke meines Lebens zu danken. Ich ge⸗ 3 nieße dieß Gluͤck mit eben dem philoſonhi ſcchen Sinn, womit ich meine Leiden ertrug.

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