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Gherret auf ſeinem ſchwarzen Kampfroſſe mit ſeinen hohen wallenden Federn ritt neben ihm her; ſeine Züge trugen immer, wenn er nicht durch den Kampf aufge⸗ regt war, denſelben ſtrengen Ausdruck.
In allen den kleinen Weilern, durch welche ſie zogen, kamen die Frauen heraus um ſie zu bewillkommen, ſtreu⸗ ten Blumen auf ihren Weg und ſangen Triumph und Preishymnen für den Sieg. Viele fragten nach ihren Gatten, Vätern oder Brüdern und erhoben Wehklagen ſtatt der Triumphgeſänge, wenn ihnen der Tod eines Geliebten angekündigt wurde. 4
An der Seite unſeres Helden ritt ſein Freund Thad⸗ deus, dem er ein Roß verſchafft hatte, und der nun die Ereigniſſe erzählte, die ihm kürzlich begegnet waren, und den Verſuch, den Graf Erintoff gemacht hatte, ſich zu rächen.
„Mein theurer Thaddeus, Du wirſt Dich nun von aller Verbindlichkeit gegen den Kaiſer frei betrachten?“ ſagte Ivan.„Und Du kannſt nun ohne Dir Gewiſſens⸗ biſſe zu machen, der Sache beitreten für welche ein Mann
auſſer der Vertheidigung ſeines eigenen Landes allein
rechtmäßig fechten kann, für die Vertheidigung der theuer⸗ ſten Freiheiten, der Heimath und der Familien eines tapferen Volkes gegen die Macht der Tyrannei, die das⸗ ſelbe unterjochen möchte.“
„Glaube mir, mein Freund,“ antwortete Thaddeus,
nich fühle für die rechtmäßige, vom Himmel geheiligte Sache, für die Sache, die der wahre ritterliche Geiſt gerne vertheidigt, und bin gegen den Miethlingsdienſt, der einen Tyrannen oder Eroberer auf den Thron ſetzen möchte, und ihm beiſteht, ein Volk zu bedrücken, das er die Pflicht hat zu regieren.“
„Ich freue mich, von Dir Gefühle ausſprechen zu hören, die den meinigen ſo ähnlich ſind,“ rief Ivan, nund an deren Wahrheit zu glauben Du vor Allen ge⸗ rechte Urſache haſt.“ 3


